Deutsche Gelehrte und die baltischen Sprachen
Christiane Schiller, Harald Bichlmeier, Silke Brohm (Hrsg.)

Schriftenreihe der Gesellschaft
für Baltische Studien 5 (SGBS 5)

2024 · kartoniert · 194 Seiten

ISBN 978-3-935536-50-9

72,00 €
inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Erscheint März 2024.



Deutschsprachige Gelehrte, zunächst vor allem lutherische Geistliche, später Universalgelehrte und Sprachwissenschaftler, haben für die Kodifizierung und Erforschung der baltischen Sprachen einen ganz entscheidenden Beitrag geleistet. Der vorliegende, von litauischen und deutschen Sprachwissenschaftlern verfasste Band liefert erstmals einen umfassenderen und detailreichen wissenschaftshistorischen Einblick in das Wirken dieser Gelehrten, der viele wichtige, bisher weitgehend unbekannte oder nur in litauischsprachigen Publikationen thematisierte Aspekte präsentiert. Behandelt werden unter anderem die beiden maßgeblichen, bezüglich der Reformierung der litauischen (Kirchen-)Sprache geführten Polemiken zu Beginn und zum Ende des 18. Jahrhunderts, die mit den Namen der litauischen Pfarrer und Kantoren Michael Mörlin und Jakob Perkuhn auf der einen und Gottfried Ostermeyer und Christian Gottfried Mielcke auf der anderen Seite verbunden sind. Neben Einsichten zur Erforschung der baltischen Sprachen durch Johann Severin Vater, Franz Bopp, August Leskien und Erich Berneker vermittelt der Band die Positionen zu den baltischen Sprachen und deren Kenntnis bei den vor allem als herausragende Germanisten bekannten Jakob Grimm und Georg Wenker. Schließlich wird die weitgehend in Vergessenheit geratene handschriftliche Preußische Presbyterologie (vor 1772) des Königsberger Theologen und Kirchenmanns Johann Jacob Quandt als wichtige Quelle zur Prä¬zisierung von biographischen Daten einzelner in der Geschichte der litauischen Philologie namhafter Geistlicher gewürdigt. Den durch diesen Band gehobenen wissenschaftshistorischen Schatz dürften insbesondere all jene willkommen heißen, die sich für die Geschichte der deutsch-baltischen Beziehungen sowie die Geschichte der deutschen und baltischen Sprachwissenschaft interessieren.